Diese negative Entwicklung sei neben der Nahostkrise und den Arbeitskampfmassnahmen insbesondere auf die nach wie vor viel zu hohen Standortkosten zurückzuführen. Sie sei umso besorgniserregender, weil Deutschland bei der Erholung der Luftfahrt nach der Corona-Pandemie seit Langem weit hinter dem europäischen Durchschnitt zurückliegt. Der internationale Airline-Verband BARIG (Board of Airline Representatives in Germany) sieht klar die Bundesregierung in der Pflicht. «Die negative Halbjahresbilanz bestätigt unsere Befürchtungen, die wir immer wieder deutlich gemacht haben: Die Misere des Luftverkehrs am Standort Deutschland setzt sich fort, da die Politik nur unzureichend handelt. Während das Fliegen in vielen Ländern Europas und darüber hinaus boomt, bleibt Deutschland weiter in der Krise stecken. Die rückläufigen Passagierzahlen der Monate Januar bis Juni 2026 belegen das eindeutig», sagt BARIG Chairman und Executive Director Michael Hoppe:
Es wird immer weniger ab und nach Deutschland geflogen
Die wesentlichste Ursache sind unbestreitbar die extrem hohen, staatlichen Standortkosten. Im Vergleich zu den europäischen Nachbarländern wird immer weniger ab und nach Deutschland geflogen. Die Konsequenz: Die mangelnde Konnektivität und die verringerten Kapazitäten belasten die Mobilität sowie den Warenfluss und die Industrie insgesamt. Die Ticketpreise steigen, Güter müssen zunehmend über ausländische Flughäfen und mit Lkws nach Deutschland transportiert werden. Das ist teuer, zeitaufwendig und belastet die Umwelt.
Luftverkehrsteuer weg, Standortkosten massiv reduzieren
«Es gilt, den Luftverkehr finanziell zu entlasten, indem die Standortkosten massiv reduziert werden», so Hoppe. «Ein effektiver Hebel ist die Luftverkehrsteuer.» Diese wurde auf den Sommer hin minimal reduziert. Zu wenig, moniert BARIG. Es sei ein Schritt in die richtige Richtung, aber insgesamt kaum spürbar. Die Abschaffung dieser Steuer hingegen würde die dringend benötigten Impulse setzen. Weitere zielführende Massnahmen haben wir wie auch die Branche klar kommuniziert und sie könnten sofort umgesetzt werden. Deutschland braucht einen starken Luftverkehr – für eine zukunftsgewandte, nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, die die Menschen, Arbeitsplätze und Wohlstand fördert. Wir fordern die Bundesregierung auf, schnell die notwendigen Massnahmen zu ergreifen.»




