Bei den Inspektionen von Fernwärmeleitungen fliegen Drohnen die Leitungsabschnitte ab und erfassen die Infrastruktur mit Kameras und Wärmebildsensoren. Die Aufnahmen zeigen Temperaturunterschiede, die auf mögliche Wärmeverluste oder Schäden an Übergängen und Aufhängungen hindeuten. Das Verfahren gilt als schneller und sicherer als klassische Sichtprüfungen. Die Zusammenarbeit zwischen der Energieversorgerin und der Drohnenherstellerin begann bereits im vergangenen Jahr. In ersten Befliegungen demonstrierte Droniq, wie sich Fernwärmeleitungen aus der Luft kontrollieren lassen. Dabei wurden Leitungsabschnitte an unterschiedlichen Stellen inspiziert, darunter auch schwer zugängliche Bereiche wie überwachsene Bereiche oder Leitungen, die unter Brücken geführt sind.

Mitarbeiter ausgebildet

Um die Drohnen selbst einsetzen zu können, bildete Droniq sechs Mitarbeiter der Energieversorgerin Mainova zudem theoretisch und praktisch für den professionellen Drohneneinsatz aus. Ergänzend stellte das Unternehmen geeignete Drohnentechnik bereit, darunter mit Wärmebildkamera und Scheinwerfer ausgerüstete Industriedrohnen sowie kleinere Consumer-Drohnen mit einem Gewicht von unter 250 Gramm. «Die Inspektion unseres weit verzweigten Fernwärmenetzes stellt uns regelmässig vor grosse logistische und sicherheitsrelevante Herausforderungen – insbesondere an schwer zugänglichen Stellen wie Brücken oder in dicht bebauten Bereichen», sagt Marco Pietsch, Abteilungsleiter Betrieb Wärmenetz bei Mainova. Nach der erfolgreichen Erprobung nutzt der Energieversorger die Drohnen inzwischen im Regelbetrieb. Das Fernwärmenetz im Stadtgebiet erstreckt sich über rund 310 Kilometer. 

Energieversorgerin schafft Ausbildungseinheit 

Zur Inspektion setzt die Mainova drei Drohnen ein und greift auf ein Team von sechs geschulten Piloten zurück. Pro Einsatz können je nach Abschnitt einige Kilometer Leitung kontrolliert, die Daten anschliessend dokumentiert und ausgewertet werden. Um die Drohne und den sie umgebenden bemannten und unbemannten Flugverkehr jederzeit im Blick zu haben, nutzt Mainova eine von der Herstellerin bereitgestellte Anwendung. Die Zusammenarbeit mit Droniq wird fortgesetzt. In einem nächsten Schritt unterstützt das Unternehmen den Energieversorger beim Aufbau einer internen Ausbildungseinheit für Drohnenpiloten. Ziel ist es, die Instandhalter auf breiter Ebene zu befähigen und auszustatten, um ebenso in der Breite und Geschwindigkeit von der neuen Technik zu profitieren. «Unser Anspruch ist es, Unternehmen in die Lage zu versetzen, Drohnen professionell und sicher einzusetzen», sagt Jan-Eric Putze, CEO der Droniq GmbH. «Das Projekt zeigt, welches Potenzial Drohnen für die Inspektion kritischer Infrastrukturen haben – gerade im urbanen Raum.»