Die internationale Strahlkraft Wiens mit seiner attraktiven Lebensqualität und Kultur ist mitentscheidend für die Rekordmarke am Flughafen Wien. Mit geografisch günstiger Lage in Europa hat sich Wien als wichtiges globales Frachtdrehkreuz für Mittel- und Osteuropa etabliert.

Rund-um-die-Uhr-Betrieb ist starkes Motiv für Cargo-Airlines

Eine 24-Stunden-Betriebsbereitschaft für schnelle Umschlagzeiten, gezielter Ausbau der Langstreckenverbindungen, stark wachsende Mengen im E-Commerce und Pharma-Segment sind ein wichtiges Motiv, um von führenden Cargo-Airlines angeflogen zu werden. Die 240’360 Flugbewegungen (+2,7 Prozent) sind aber noch 10 Prozent unter denen von 2019. Auf allen sechs internationalen Flughäfen wurden 36’485’234 verzeichnet, ein Plus von 2,75 Prozent.

Internationale Beteiligungen

Die zur Flughafen Wien Gruppe gehörenden Flughäfen Malta (MLA) und Kosice (KSC-Slowakei) hatten ebenfalls Passagierrekorde zu verzeichnen. MLA fertigte im Vorjahr erstmalig mehr als zehn Millionen Passagiere ab, in Kosice waren es 825’123 Passgiere, was einem Plus von 12,2 Prozent entspricht. In der gesamten Flughafen Wien Gruppe wurden 2025 exakt 43’446’207 Passagiere gezählt (+4,9 Prozent).

Ausblick 2026

«Es wird ein herausforderndes Jahr», betonen die VIE-Vorstände. Durch den kompletten Rückzug von Wizz Air aus Wien und die Reduzierung von bis zu fünf Flugzeugen durch Ryanair, wird sich das Fluggastaufkommen 2026 auf rund 30 Millionen Passagiere verringern. Ausgeglichen werden soll dieser Rückzug durch Kapazitätserweiterungen bei Austrian Airlines sowie durch Aufstockung und Akquirierung neuer Airlines für Wien. Zwei neue Airlines sind schon im Anflug. Ab April wird China Eastern Airlines Wien und Xi’an dreimal wöchentlich mit A330-200 verbinden. Die armenische FlyOne Armenia fliegt Wien ab Anfang April mit A320 aus Jerewan an. Vorerst einmal wöchentlich, ab Juni sind drei wöchentliche Flüge geplant. 

Hohe Gebühren vertreiben Low-Cost-Anbieter

Die Gründe für den Rückzug von Wizz Air und die Reduzierung von Ryanair-Flugzeugen aus Wien sind aus Sicht beider Airlines die hohen Gebühren am Standort sowie die Flugabgabe (Ticketsteuer), die eine gewinnbringende Fortführung am Standort Wien fast verunmöglichen, betonen beide Airline-Manager. Wizz Air wird mit ihren Flugzeugen u. a. im benachbarten Bratislava (BTS) einen Hub errichten und hofft weiterhin auf viele treue Passagiere aus Österreich. Ryanair streicht fünf Flugzeuge und eine Million Sitzplätze im österreichischen Sommerflugplan 2026 aufgrund staatlicher Steuern und hoher Flughafengebühren, betonte Ryanair-Boss O’Leary und kritisierte die österreichische Regierung scharf. «Die fünf B737NG werden den Hub Bratislava verstärken, denn dort gibt es keine hohen Gebühren und schon gar keine Flugsteuer», so O’Leary. Sollte Österreich seine Flugsteuern auf 12 bis 30 EUR pro Passagier je nach Strecke senken, wäre Ryanair bereit, über eine Mrd. US-Dollar in Österreich zu investieren, betonte O’Leary. Der Flughafen Wien hat seine Gebühren ab dem 1. Januar 2026 um 4,6 Prozent reduziert, ob das die Airlines beeindrucken wird, bleibt abzuwarten.

Wettbewerbsnachteil durch EU-Massnahmen

Auch in der EU bestünde dringend Handlungsbedarf, sagte Günther Ofner, seit 2011 Mitglied des Vorstands (CFO) der Flughafen Wien AG. «Die Überregulierung der EU und weiter verschärfende Auflagen erweisen sich mittlerweile als Wachstumsbremse für Europas Luftverkehr. Nicht-EU Carrier und Hubs ziehen deutlich davon. Das gleiche gilt auch für den Zertifikatehandel und die verpflichtende Beimengung von SAF, der in der erforderlichen Menge noch lange nicht vorhanden sein wird», so Ofner. «Auch der Green Deal erweist sich als Brandbeschleuniger für alle Branchen, nicht nur für die Luftfahrt.»

Hohe Investitionen

Auch in Österreich hemmen gewisse Massnahmen eine schnelle Umsetzung von Projekten. Stichwort: 3. Piste, die aufgrund von jahrzehntelangen Verfahren, wie Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) usw. verzögert wurde und deren Errichtung nun abgesagt werden musste. Wien schafft mit dem derzeitigen Pistensystem bis zu 50 Mio. Passagiere jährlich. In Wien und Malta werden rund 330 Mio. Euro investiert. Die Terminal 3 Süderweiterung wird das Vorzeigeprodukt der Flughafen Wien AG. Auf 70’000 m² Fläche werden 6’000m² für neue Lounges, 10’000m² für neue Shopping- und Gastronomieflächen verwendet. Die Inbetriebnahme ist im ersten Halbjahr 2027 geplant. Rund 430 Mio. Euro werden bis dann in dieses Projekt geflossen sein. Weitere Investitionen betreffen u.a. die Verlängerung des Pier-Nord, die Erweiterung des Office-Park 4 (Büro- und Konferenzflächen), die Errichtung des Schengen Entry-Exit Systems und den Start des Entwicklungsgebietes WEST, einer 47 ha grossen Fläche für Betriebsansiedlungen. Ein neues Hotel «Vienna House Easy» beim VIP-Terminal wird in Kürze seine Pforten öffnen. 

Möchten 5 Skytrax Sterne

Der Flughafen Wien ist einer der pünktlichsten Hubs in Europa, besitzt das ACI Level-4-Zertifikat bei der Kundenorientierung  sowie den Skytrax Award «Best Airport Staff in Europe» im Jahr 2025. Am Flughafen arbeitet man stetig darauf hin, in absehbarer Zeit von Skytrax zum 5-Star Flughafen ausgezeichnet zu werden.