Am Flughafen Salzburg feierte Ryanair das Jubiläum «25 Jahre Flüge ab Österreich». Die Wahl des Flughafens war kein Zufall. Denn genau am  4. April 2001 hob erstmals eine B737 der Ryanair von Salzburg nach London-Stansted ab. Damit ist diese Verbindung die älteste und nach wie vor die erfolgreichste von Ryanair ab Österreich. Europas Fluggesellschaft Nr. 1 nach Anzahl Passagieren ist  für den Airport von wirtschaftlicher Bedeutung und trotz aller Widrigkeiten (Flugsteuern, Krisen im Iran und der Ukraine usw.) nicht mehr wegzudenken. Ryanair sorgt für rund 1000 Bewegungen pro Jahr am Mozart-Airport, der im Juni 2026 seinen 100. Geburtstag feiern wird.

In den vergangenen 25 Jahren beförderte Ryanair rund 3,7 Mio. Passagiere von und nach Salzburg sowie mehr als 40 Millionen von und nach Österreich, betonte Andreas Gruber, Generalmanager bei Lauda Air, einer Tochter der Ryanair. Ganghofer betonte immer wieder die Wichtigkeit von Ryanair für den Flughafen Salzburg und seinen Einzugsbereich. Er würde sich sich zum Jubiläum noch viel mehr Verbindungen in grosse europäische Städte wünschen – nicht nur mit Ryanair. Denn eine Verbesserung der Konnektivität fördert das Wachstum nicht nur des touristischen Verkehrs, sondern trägt auch zur Schaffung von Tausenden Arbeitsplätzen im ganzen Bundesland bei.

Ryanair in Österreich

Neben Salzburg mit seinen Top-Destinationen London-STN und Dublin sowie Sommerzielen in Griechenland, Spanien und Italien wurden ab 2002 auch die Flughäfen Graz und Klagenfurt von Ryanair bedient. In Graz gab es bis zu vier wöchentliche Flüge nach London-STN, die im November 2012 eingestellt wurden. In Klagenfurt kam es sogar zu einem «kleinen» Ryanair-Hub.  Zu den Flügen nach London-STN kamen 2004 / 2005 weitere Destinationen dazu, nämlich  nach Rom-Ciampino und Frankfurt (Hahn). Während Rom im Incoming stellenweise ganz gut gebucht war, konnte Frankfurt Hahn, damals ein grosser Ryanair-Hub, leider nicht punkten. Es gab in Frankfurt-Hahn eigentlich nur gute Anschlüsse ins Ryanair-Netz, hingegen musste man für die meisten anderen Destinationen rund 120 Kilometer zum Frankfurt Rhein/Main-Flughafen anreisen und das war gelinde gesagt mehr als mühsam. So wurden die Flüge von Klagenfurt nach Rom-CIA nach kurzer Zeit eingestellt und auch Frankfurt-Hahn wurde im Jahre 2020 infolge der damaligen Aufgabe des Ryanair-Hubs eingestellt. Aktuell fliegt Ryanair dreimal wöchentlich von Klagenfurt nach London-STN und im Sommer mehrmals wöchentlich nach Palma/Mallorca und Alicante. Linz wird seit Herbst 2024 zweimal pro Woche  mit London-STN verbunden. Am Flughafen Wien errichtete Ryanair im Jahre 2018 einen Hub mit der Stationierung von bis zu 19 Maschinen, zumeist Airbus A320 der Tochter «Lauda Air». Durch die Kontroverse um die kritisierten Flugverkehrssteuern wurden und werden sukzessive einige Maschinen abgezogen und nach Bratislava überstellt.

Luftverkehrssteuern behindern Wachstum

Bei aller Freude über das Jubiläum kritisiert Ryanair-CEO Michael O'Leary seit vielen Jahren die hohen Luftverkehrsabgaben inklusive Flugsicherungs- und Flughafengebühren in Österreich.  Diese «stupid-taxes», wie sie O`Leary nennt, seien aus der Zeit gefallen und verhindern ein Wachstum seitens Ryanair in Österreich.  Deutschland und Österreich haben die höchsten Luftverkehrssteuern in Europa, während Länder wie etwa Schweden, Slowakei oder Ungarn  diese Gebühren abgeschafft haben und weitere drauf und dran sind, diese Gebühren ebenso abzuschaffen, bzw. umfassend  zu reduzieren. Deutschland hat bereits angekündigt, diese zu reduzieren während Österreichs Regierung nicht daran denke, dies zu tun, so O'Leary. 

Reduzierung von Flugzeugen

Schon einige Male haben Michael  O`Leary und Andreas Gruber, Managing Director Lauda Air, eine Tochter von Ryanair,  bezüglich der Abschaffung der Luftverkehrssteuern beim Österreichischen Regierungschef Christian Stocker und Verkehrsminister Peter Hanke vorgesprochen, ohne aber eine Zusage zu erhalten. Diese lächerlichen 12 Euro pro Passagier spülen knapp 150 Mio. Euro pro Jahr in die Kasse des Finanzministers, da seien die Kosten für die Administrierung beinahe höher als die Abgabe, monierte O'Leary. Österreich sei nach wie vor eines der wenigen europäischen Länder, welches das Verkehrsaufkommen vor Covid bisher nicht wieder erreicht habe, und der österreichische Flugverkehr werde 2026 aufgrund der schädlichen Luftverkehrssteuer sogar schrumpfen, so der Ryanair-Gründer. Der Flughafen Wien prognostizierte zudem letzte Woche einen Rückgang der Passagierzahlen um 10 % im Jahr 2026 auf unter 30 Millionen Passagiere. Anstatt Steuern zu senken, um den Verkehr, den Tourismus und die Beschäftigung in Österreich anzukurbeln, würden «Sleepy» Stocker (Bundeskanzler) und «Hopeless» Hanke (Verkehrsminister), wie O'Leary die beiden nannte,  weiterhin diese schädliche Steuer aufrechterhalten. Dies veranlasse Fluggesellschaften dazu, Flugzeuge und Wachstum aus Österreich in kostengünstigere Märkte wie die Slowakei und Italien zu verlagern, betonte O`Leary immer wieder.

Flughafen Bratislava (BTS) als Profiteur

Bereits im Vorjahr hat Ryanair fünf Flugzeuge von Wien abgezogen im benachbarten Bratislava (BTS) stationiert. Wizz Air hat sich mit Ende März 2026 vollständig aus Wien verabschiedet. Auch hier ist der Flughafen von Bratislava (BTS) Nutzniesser der Situation. So wird der slowakische Hauptstadtflughafen nach und nach zum Hotspot für die «Billig-Airlines», die sich aus Wien zurückgezogen haben. Gerade deshalb verzeichnete der Flughafen Bratislava bereits am 28. April 2026 mehr als eine Million Passagiere,  die ansonsten erst Mitte Juli eines Jahres erreicht werden konnten. 

Es gibt noch Hoffnung

Sollte die schädliche Luftverkehrssteuer in der Höhe von 12 Euro abgeschafft, die Flugsicherungsgebühren und die Flughafen Wien Gebühren gesenkt sowie Incentives in VIE wieder eingeführt werden, sei Ryanair bereit, eine Milliarde US-Dollar zu investieren und das Passagieraufkommen in Österreich in den kommenden fünf Jahren auf 12 Millionen Passagiere pro Jahr zu steigern und das Verkehrsaufkommen an Österreichs Regionalflughäfen um 150 Prozent zu erhöhen, wird O`Leary nicht müde zu betonen. Ob diese Karotte vor der Nase indes etwas bewirken wird, sei dahingestellt.