Ab sofort trennt sich die LH-Tochter AUA von ihren 17 E-195 Jets und wird ihre Flotte vereinfachen und modernisieren. Diese Mitteilung war sogar für manche Insider eine Überraschung, kam aber doch nicht unerwartet. Durch den Wechsel von den alten Langstreckenjets der Typen B767 und B777 auf die moderne B787-9 und die Konzentration der Kurz- und Mittelstreckenflotte auf die A320-Familie ist bei der AUA eine neue Strategie im Entstehen. Nur mehr zwei Flugzeugtypen, da wird die Wartung und der Betrieb viel einfacher und nicht mehr so aufwendig und spektakulär wie bei den vielen aktuellen Mustern. Die Embraer Jets wurden seinerzeit als Ersatz für die Fokker Flotte angeschafft und haben ab 2016 bis dato wichtige und gute Dienste geleistet, so die AUA. Von den insgesamt 17 Maschinen werden 13 an die Konzernschwester Air Dolomiti übergeben, die restlichen vier werden ab 2026 extern verkauft, so die AUA. Bis Ende 2028 soll der Ausmusterungsprozess abgeschlossen sein. Mit den nunmehr beiden Flugzeugtypen ist der Weg frei für eine effizientere Kostenstruktur.

Zusammenarbeit mit Braathens Regional Airlines beendet

Bis zu drei ATR-72-600 der Braathens Regional Airlines (BRA) flogen bis dato im Wet-Lease für Austrian Airlines und bedienten die aufkommensschwächeren Strecken im Inland wie Graz und Klagenfurt sowie unter anderem Kosice, Leipzig und Belgrad im Ausland. Der A320 war dafür zu gross und unökonomisch, deshalb kamen die ATR 72 wie gerufen. Warum das plötzliche Ende der Zusammenarbeit, die eigentlich ganz gut funktionierte? Im September 2025 meldete das Schwesterunternehmen Baathens International Airways Insolvenz an und daher wollte man seitens der AUA kein Risiko eingehen und beendete Mitte Dezember 2025 die Zusammenarbeit, die eigentlich auch 2026 hätte fortgeführt werden sollen. Somit kommt es logischerweise zu Flugausfällen, die kurzfristig durch die Unterstützung der Schweizer Helvetic Airways aufgefangen wurden. Alle Destinationen konnten aber doch nicht so rasch wie erhofft  ersetzt werden. Aus Klagenfurt und Graz kamen daher Beschwerden, dass Flüge plötzlich und unkommentiert ausfielen.

A220-300 der Air Baltic als Ersatzlösung

Seit Sommerflugplan  2025 fliegen drei A220-300 der Air Baltic im Wet-Lease für AUA um sukzessive die Embraer E-195 zu ersetzen, die bis 2028 ausgeflottet werden. Ab Sommer 2026 sollen dann weitere drei A220 der Air Baltic zur Flotte stossen und es wird sogar darüber nachgedacht, sie ganzjährig einzusetzen. Durch den sogenannten LH-Rahmenvertrag werden seit Sommer 2025 insgesamt 21 A220 von Air Baltic an verschiedenen Standorten, wie etwa in Wien, München und Brüssel eingesetzt. Die A220 gelten als leisere Alternative zu den bisherigen Regionaljets und haben auch eine grössere Treibstoffeffizienz. An Bord gelten die Service-Standards von Austrian Airlines.