Artemis III war ursprünglich bereits als erste Mondlandemission des Artemis-Programms geplant gewesen. Stattdessen wird sie nun zu einer Demonstrationsmission in der Erdumlaufbahn. Während des geplanten 14-tägigen Fluges werden die Besatzung und die Bodenteams Rendezvous- und Andockmanöver zwischen Orion und kommerziellen Mondlandefähren im Weltraum üben und damit einen der kritischsten Schritte für zukünftige Mondlandungen proben.
Wichtiger Test künftiger Technologien
Obwohl Artemis III in der erdnahen Umlaufbahn bleiben wird, gilt die Mission als ein wichtiger Meilenstein, an dem die für künftige Mondlandemissionen erforderlichen Technologien getestet werden – ähnlich wie Apollo 9 vor Apollo 11. Mit dem europäischen Servicemodul, das Orion mit Energie versorgt, und dem ESA-Astronauten Luca Parmitano am Steuer spielt Europa eine Schlüsselrolle bei der Vorbereitung der nächsten Reisen der Menschheit zum Mond.
Ballett in der erdnahen Umlaufbahn
Geplant ist, zunächst den Testprototyp des «Blue Moon»-Landers von Blue Origin ins All zu bringen. Danach wird das Orion-Raumfahrzeug mit der vierköpfigen Besatzung mit der Space-Launch-System-Rakete der NASA starten. Sobald sich Orion in der Umlaufbahn befindet, wird sie sich dem «Blue Moon»-Testprototyp nähern und an ihn andocken, woraufhin die Besatzung in diesen einsteigen wird. Später wird ein Testmodell des SpaceX-Starship-Landers in die Umlaufbahn gebracht. Orion wird sich auch mit dieseem Raumschiff zu einer Reihe von Andockdemonstrationen treffen; die Besatzung wird dieses Testmodell jedoch nicht betreten.
ESA-Astronaut steuert
Als ehemaliger Kommandant der Internationalen Raumstation bringt ESA-Astronaut Luca Parmitano umfangreiche Erfahrung aus zwei Langzeitmissionen im Orbit, sechs Weltraumspaziergängen und insgesamt mehr als einem Jahr im Weltraum mit. Parmitano kommt eine führende Rolle bei den Rendezvous- und Andockmanövern mit den beiden Lander-Testmodellen zu. Er wird die manuelle Steuerung der Triebwerke des Moduls übernehmen, um Orion durch die komplexesten Phasen der Mission zu manövrieren.
Technisches Herzstück ist europäisch
Europa liefert zudem das dritte europäische Servicemodul, das Herzstück von Orion. Das von der ESA gemeinsam mit der europäischen Industrie gebaute Modul versorgt die Besatzung mit Trinkwasser, Atemluft und sorgt für die Temperaturregelung. Seine vier Solarflügel erzeugen Strom, während seine 33 Triebwerke den nötigen Antrieb liefern, um Orion im Weltraum zu manövrieren. Die Triebwerke des europäischen Servicemoduls werden während der gesamten Artemis-III-Mission von entscheidender Bedeutung sein. Nach dem Start werden sie Orion in ihre operative Umlaufbahn um die Erde bringen und bei Bedarf zünden, um sich mit den in verschiedenen Umlaufbahnen operierenden Lander-Testmodellen zu treffen.
Vorbereitungen im Gange
Luca Parmitano trainiert derzeit gemeinsam mit seinen Crewmitgliedern im Johnson Space Center der NASA in Houston, USA, und probt die komplexe Abfolge von Vorgängen, die die Mission erfordern wird. Unterdessen nimmt das Raumschiff Orion Gestalt an. Das europäische Servicemodul wurde bereits integriert und bildet nun das Raumschiff, das die Artemis-III-Crew ins All befördern wird. Im Vorfeld des Starts werden Ingenieure das Raumschiff weiter testen und die vier Sonnenflügel anbringen.






