Die Besatzung von Orion flog am 6. April am Mond vorbei und brach damit den Rekord von Apollo 13 für die grösste Entfernung von der Erde. Nach dem Vorbeiflug am Mond fanden während der viertägigen Rückreise zur Erde drei weitere Kurskorrekturen statt. Am zehnten Flugtag, dem letzten Tag der Artemis-II-Mission, trennten sich das Besatzungsmodul von Orion und das Europäische Servicemodul am 11. April um 01:33 Uhr MESZ. Zwanzig Minuten später begann das Besatzungsmodul seinen Wiedereintritt in die Erdatmosphäre, und nur wenige Minuten später erfolgte die Wasserung. Das Europäische Servicemodul selbst verglühte in der Erdatmosphäre.

Luft, Wasser und Strom

Das Europäische Servicemodul versorgte die Astronauten und die Austronautin mit Luft und Trinkwasser, erzeugte über seine vier Solaranlagen Strom, sorgte für die Temperaturregelung in der rauen Umgebung des Weltraums und trieb Orion über 1'000’000 km durch den Weltraum. Europäische Ingenieure unterstützten die Mission rund um die Uhr vom technischen Zentrum der ESA, dem ESTEC, in den Niederlanden, vom Johnson Space Center der NASA in Houston und vom Europäischen Astronautenzentrum der ESA in Köln aus.

Europa am Steuer

«Das Europäische Servicemodul hat eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass Europa in der Lage ist, entscheidende Komponenten für ehrgeizige internationale Erkundungsmissionen bereitzustellen», sagt ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher. Am zweiten Flugtag der Artemis-II-Mission, nach einem Tag voller Sicherheitschecks in der Erdumlaufbahn, gab die Missionskontrolle grünes Licht für den Eintritt in die Mondumlaufbahn. Ein 350 Sekunden langer Zündvorgang, der vom Haupttriebwerk des Europäischen Servicemoduls durchgeführt wurde, brachte Orion und seine Besatzung auf ihre Freiflugbahn um den Mond. Dieser erste Zündvorgang war so präzise, dass zwei der drei auf dem Weg zum Mond geplanten Bahnkorrekturzündungen zur Feinabstimmung der Flugbahn des Raumfahrzeugs abgesagt wurden.

Igenieure haben Traum ermöglicht

«Das Europäische Servicemodul hat alle Erwartungen übertroffen und das europäische Know-how auf höchstem Niveau unter Beweis gestellt», sagt Daniel Neuenschwander, Direktor für astronautische und robotergestützte Exploration bei der ESA. «Dieser Erfolg ist ein Beweis für die harte Arbeit aller an diesem Projekt beteiligten Teams. Von den europäischen Ingenieuren, die jahrelang an der Entwicklung der Hardware gearbeitet haben, bis hin zu den Experten, die den Start aus den Kontrollräumen in Europa und den Vereinigten Staaten unterstützt haben ... sie sind es, die diesen Traum, neue Grenzen zu überwinden, wahr gemacht haben.»