Es soll ein neues Modell regionaler Luftmobilität werden. So kündigten Bern Airport und die Luftmobilitätsplattform VINI den Anlass an. Dieser markiere einen konkreten Schritt in der Neuausrichtung des europäischen Regionalflugverkehrs. Flughafen-CEO Urs Ryf unterstrich an der Eröffnung die strategische Rolle des Flughafens Bern als Plattform für zukunftsfähige Mobilitätslösungen. Im Anschluss präsentierte MD Aircraft seine Vision der elektrischen Regionalluftfahrt. Den Abschluss gestalteten VINI-Gründer Tomislav Lang und sein Team mit der Vorstellung der Plattform, der Streckenbekanntgabe und den nächsten Schritten des bedarfsorientierten Flugmodells.

Mit einer Cessna Grand Caravan nach München

Die Direktverbindung Bern–München verbindet zwei der wirtschaftlich bedeutendsten Sekundärregionen Mitteleuropas ohne Umweg über grosse Drehkreuze. «Diese Verbindung ist der Beweis, dass bedarfsorientierter Regionalflug funktioniert.  Wir verbinden heute zwei Wirtschaftsräume direkt, die bisher nur über Umwege erreichbar waren», sagt Tomislav Lang, Founder & CEO, von VINI (flyvbird).  Die Verbindung Bern–München sei der Anfang – nicht das Ziel. Urs Ryf, CEO und Chairman des Flughafen Bern, hielt fest:  «Der Flughafen Bern versteht sich als Plattform für zukunftsfähige Mobilitätslösungen. Mit VINI und MD Aircraft zeigen wir, wie neue Technologien und datengetriebene Modelle den Regionalflugverkehr in Europa verändern können.» Der Flugbetrieb wird durch flYellow durchgeführt, ein deutsches Luftfahrtunternehmen mit Air Operator Certificate (AOC) aus Niederbayern, das zur Eichberger Reisen Gruppe gehört. Eingesetzt wird die Cessna Grand Caravan. Diese sei effizient, flexibel und für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen optimiert, teilen die Betreiber mit.

Das Modell: Nachfragegesteuert, KI-optimiert, skalierbar 

VINI verbindet nach eigenen Angaben das, was Europas Regionalflugverkehr bisher fehlte: eine technologische Plattform, die Nachfragedaten in Echtzeit analysiert, Passagierströme intelligent bündelt und Flugpläne dynamisch anpasst. Das Ergebnis seien direkte Verbindungen zwischen Regionen, die bisher keine wirtschaftlich tragfähigen Flugverbindungen hatten – nachfragegesteuert, datengetrieben und flexibel. Die Testphase auf der Strecke Bern–München dient dabei einem klaren Ziel: reale Marktdaten zu Passagiernachfrage, Auslastung und operativer Machbarkeit erheben – als Fundament für die Skalierung des Modells auf weitere europäische Regionen. 

Nachhaltige Luftfahrt: heute vorbereiten, morgen umsetzen 

Ein zentrales Element der VINI-Strategie ist der Weg zu emissionsarmer Regionalluftfahrt, wie das Unternehmen mitteilt. VINI arbeite bereits heute mit führenden Herstellern der nächsten Flugzeuggenerationen zusammen. Dazu gehört MD Aircraft als Hersteller effizienter Turboprop- und zukünftiger Hybrid-Regionalflugzeuge. Die heutige Testphase mit konventionellen Flugzeugen sei kein Kompromiss, sondern eine notwendige Grundlage: Ohne nachgewiesene Nachfrage gebe es keine wirtschaftlich tragfähigen Betriebsmodelle für elektrische Flugzeuge. VINI will heute den Markt aufbauen, den nachhaltige Antriebe morgen brauchen.