Europa verfügt über mehr als 4000 Regionalflughäfen, von denen viele nicht annähernd ausgelastet sind. Gleichzeitig erfordern Reisen zwischen wirtschaftsstarken Sekundärstädten häufig lange Autofahrten oder Umwege über grosse Drehkreuze. Die direkte Konnektivität zwischen Regionen bleibt weit hinter ihrem wirtschaftlichen Potenzial zurück. Bestehende Mobilitätsangebote bieten für diese Verbindungen keine effiziente Lösung. Der Flughafen Bern und die europäische Luftmobilitätsplattform VINI (flyvbird) starten im März 2026 eine gemeinsame Testphase für ein neues Modell regionaler Luftmobilität. Im Rahmen des Pilotprojekts werden auf der Strecke Bern–München erstmals nachfragegesteuerte Regionalflüge durchgeführt. Für Tomislav Lang, Gründer und CEO von VINI ist die Testphase weit mehr als ein Pilotprojekt. «Wir bauen heute den Markt auf, den elektrische Flugzeuge morgen brauchen. Mit unseren Partnerschaften zu Electra.aero und MD Aircraft bereiten wir bereits die Integration nachhaltiger Antriebe vor. VINI wird die erste Plattform sein, die Regionen nicht nur vernetzt, sondern dies langfristig nachhaltig tut.»
Eine Art Uber für Regionen
VINI verfolgt eine klare Vision: ein absolut flexibles Mobilitätskonzept für den regionalen Luftverkehr, gesteuert durch künstliche Intelligenz. Die Plattform analysiert Nachfragemuster in Echtzeit, bündelt Passagierströme intelligent und optimiert Flugpläne dynamisch. So entstehen direkte Punkt-zu-Punkt-Verbindungen zwischen Regionen, die bisher keine wirtschaftlich tragfähigen Flugverbindungen hatten. Das Ziel: VINI wird die erste Plattform, die nicht nur Regionen vernetzt, sondern dies langfristig nachhaltig tut. Die heutige Testphase legt das operative und datenseitige Fundament dafür. Das Modell: Nachfragegesteuerter Regionalflug
Das Pilotprojekt testet ein hybrides Konzept, das drei Elemente verbindet:
• Ausgewählte Verbindungen mit festen Abflugzeiten
• Nachfragegesteuerte Flüge auf Basis digitaler Buchungs- und Nachfrageanalyse
• Einsatz kleinerer, effizienter Flugzeuge (Cessna Grand Caravan, 9 Sitze) für direkte Verbindungen
Ziel ist es, reale Marktdaten zu Passagiernachfrage, Auslastung, Reiseverhalten und operativer Machbarkeit zu erheben. Diese Daten sind entscheidend, um den Markt für zukünftige nachhaltige Flugzeugtypen aufzubauen.
Flughafen Bern als Innovationsstandort
Der Flughafen Bern bringt ideale Voraussetzungen für dieses Pilotprojekt mit: eine zentrale Lage zwischen europäischen Wirtschaftsregionen, kurze Wege am Flughafen, hohe operative Effizienz und langjährige Erfahrung im Geschäfts- und Charterverkehr. Der Flughafen positioniert sich damit als Partner für Innovation in der regionalen Luftmobilität. «Der Flughafen Bern versteht sich als Plattform für zukunftsfähige Mobilitätslösungen. Mit diesem Pilotprojekt testen wir gemeinsam, wie neue Technologien und datengetriebene Modelle den Regionalflugverkehr in Europa verändern können», sagt Urs Ryf, VRP und CEO, Flughafen Bern. Ein zentrales Element der VINI-Strategie ist die Vorbereitung auf nachhaltige Antriebstechnologien. VINI arbeitet bereits heute mit Herstellern zusammen, die die nächste Generation regionaler Flugzeuge entwickeln. In der derzeitigen Testphase mit konventionellen Flugzeugen sieht VINI daher keinen Widerspruch zur Nachhaltigkeitsstrategie, sondern deren notwendige Grundlage. Ohne einen funktionierenden Markt gebe es keinen wirtschaftlich tragfähigen Einsatz für elektrische Flugzeuge. Die Testphase startet im Juni 2026. Auf Basis der erhobenen Daten werden Flughafen Bern und VINI gemeinsam evaluieren, welche Strecken dauerhaft tragfähig sind und welche Modelle sich für eine Skalierung eignen.







