Der schwedische Rüstungskonzern Saab hat den neuen Gripen F vorgestellt. Als zweisitzige Variante der modernen Gripen-E-Serie bündelt das Kampfflugzeug zwei Kernkompetenzen auf einer einzigen Plattform: hocheffektive Pilotenschulung und volle operative Einsatzfähigkeit im Luftkampf.
Strategische Allianz: Technologietransfer stärkt Brasiliens Industrie
Als Erstkunde der zweisitzigen Variante sicherte sich Brasilien eine Schlüsselrolle bei der Mitentwicklung. Die Kooperation garantiert der heimischen Verteidigungsindustrie eine umfassende direkte Beteiligung. Über ein breit angelegtes Technologietransferprogramm bildete Saab hunderte brasilianische Ingenieure und Techniker aus. Das stärkt die technologische Basis und das Entwicklungs-Know-how des lateinamerikanischen Landes nachhaltig.
«Der Rollout des Gripen F ist ein gemeinsamer Erfolg von Saab, der brasilianischen Industrie und der Luftwaffe – er fundiert auf jahrelangem, tiefem Vertrauen», betont Lars Tossman, Leiter des Saab-Geschäftsbereichs Aeronautics. «Diese hochentwickelte Maschine beweist die Reife unserer Kooperation. Sie ist nicht nur ein extrem leistungsfähiger Abfangjäger für die brasilianische Luftwaffe, sondern das greifbare Ergebnis einer langfristigen, gemeinsamen Vision.»
Das Doppel-Cockpit: Taktischer Vorteil und schnellere Ausbildung
Der Gripen F wurde gezielt für die dynamischen Bedrohungslagen moderner Luftkriege konzipiert. Hinsichtlich Triebwerksleistung, modernster Sensorik und der revolutionären, modular erweiterbaren Software-Architektur gleicht er dem einsitzigen Gripen E. Der entscheidende Unterschied liegt im komplett unabhängigen zweiten Cockpit, wie Saab in der Mitteilung schreibt. Dieses Layout erlaubt es Instruktoren, angehende Piloten direkt im realen Einsatz anzuleiten. Die klassische Umschulungsphase verkürzt sich dadurch drastisch. Im Ernstfall bietet der Zweisitzer zudem erhebliche taktische Vorteile in Hochrisikoumgebungen: Durch die Aufteilung der Arbeitslast auf zwei Besatzungsmitglieder steigen die Effizienz bei der Missionsführung sowie das Situationsbewusstsein im Cockpit.
Flugerprobungsprogramm bei Saab in Schweden
Bevor die ersten Maschinen final an die brasilianischen Luftstreitkräfte (FAB) übergeben werden, wechseln sie an das Saab-Flugtestzentrum im schwedischen Linköping. Dort absolviert das Modell ein dezidiertes, intensives Flugerprobungsprogramm.
Das Fundament des Grossprojekts bildet ein bereits im Jahr 2014 abgeschlossener Vertrag mit der brasilianischen Regierung, schreibt Saab. Dieser sieht die Produktion von insgesamt 36 Kampfjets vor – aufgeteilt in 28 einsitzige Gripen E und acht zweisitzige Gripen F. Seit dem Auslieferungsstart im Jahr 2020 wurden bislang 11 Flugzeuge übergeben. Neben dem Hauptkunden Brasilien verzeichnet Saab für die zweisitzige Variante bereits weitere Aufträge aus Thailand und Kolumbien.





