Im ersten Quartal 2026 hat Swiss International Air Lines (Swiss) ein operatives Ergebnis von 30 Millionen Schweizer Franken verbucht. Im Vorjahresquartal lag das Ergebnis bei 3,3 Millionen Schweizer Franken. Die operativen Erträge lagen im Zeitraum Januar bis März bei 1,22 Milliarden. Sie sind damit trotz eines geringeren Flugangebots um 0,3 Prozent höher ausgefallen als im Vorjahr (1. Quartal 2025: 1,22 Milliarden), wie die Fluggesellschaft mitteilt.

Asienrouten stark nachgefragt

Dennis Weber, CFO von Swiss, begründet diese Entwicklung mit geopolitischen Verschiebungen und relativiert gleichzeitig: «Der März war aussergewöhnlich stark – und genau deshalb ist das Quartal nur bedingt aussagekräftig. Der Nahostkonflikt hat die Nachfrage, vor allem auf Asienrouten, spürbar angekurbelt und die Erlöse steigen lassen. Gleichzeitig sind höhere Treibstoffkosten noch nicht voll durchgeschlagen, weil sich Marktpreisveränderungen erst mit einem gewissen Zeitverzug auf unser Ergebnis auswirken. Diese Kombination hat zu einem sehr starken März und damit zu einem soliden Quartal geführt. Im zweiten Quartal werden die Belastungen im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt jedoch deutlich steigen.» Weber führte zudem aus: «Hätten wir im März bereits die Treibstoffpreise bezahlen müssen, die wir für April und die kommenden Monate erwarten, hätte sich ein deutlich anderes Quartalsergebnis ergeben. Aktuell liegt der Kerosinpreis annähernd doppelt so hoch wie vor dem Irankrieg. Im April haben wir die Auswirkungen bereits deutlich gespürt, obwohl wir durch Preisabsicherungen teilweise vor steigenden Kerosinpreisen geschützt sind. Insofern müssen wir umso intensiver an den Effizienzsteigerungen und Kostenmassnahmen arbeiten, die wir bereits weit vor der Krise im Nahen Osten eingeleitet haben.»

Leicht rückläufige Verkehrsleistung bei verbesserter Auslastung

Swiss beförderte im ersten Quartal 2026 knapp 3,7 Millionen Passagiere und damit 0,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Insgesamt führte Swiss rund 29'600 Flüge durch, was einem Rückgang von 7,1 Prozent entspricht. Die angebotenen Sitzkilometer (ASK) gingen um 3,4 Prozent zurück; diese Kennzahl stellt die Leistungseinheit im Luftverkehr dar. Die mangelnde Verfügbarkeit von Triebwerken aufgrund hoher Wartungsaufwände sowie Pilotenengpässe trugen dazu bei. Die verkauften Sitzkilometer (RPK) wiederum legten um 0,8 Prozent zu. Der Sitzladefaktor (SLF) verbesserte sich entsprechend um 3,4 Prozentpunkte. CFO Weber erläutert: «Trotz des kleineren Angebots konnten wir die Nachfrage gut nutzen: Unsere Flüge waren insgesamt sehr gut ausgelastet und wir haben leicht mehr Verkehrsleistung verkauft als im Vorjahr.»

Gegenwind nimmt zu – Fokus auf strukturelle Stärke

Unabhängig von aktuellen geopolitischen Entwicklungen sieht sich die Lufthansa-Tochter weiterhin mit grossen strukturellen Herausforderungen konfrontiert. Die Airline hält daher unverändert an der Umsetzung ihres Kostensparprogramms fest, das bereits vor Ausbruch des Nahostkonflikts lanciert wurde. Ziel sei es, die strukturelle Kostenbasis nachhaltig zu verbessern, wie es in der Mitteilung heisst.

Jens Fehlinger, CEO von Swiss, ermahnt indes: «Das solide Quartalsergebnis ist das Ergebnis von harter und guter Arbeit des Swiss-Teams. Aber es lässt sich nicht einfach fortschreiben. Wir stehen weiterhin vor grundlegenden Herausforderungen in einem angespannten Umfeld: Triebwerke fehlen, unsere Produktivität ist rückläufig, der Kostendruck bleibt hoch. Beim Treibstoff sind wir mit einem massiven Preisanstieg konfrontiert. Deshalb müssen wir konsequent an uns arbeiten, um flexibel auf die volatile Weltlage zu reagieren.» Swiss müsse  einfacher und effizienter werden. Dazu gehöre auch ein neuer GAV für die Pilotinnen und Piloten – einer, der die Notwendigkeit, die  Produktivität zu steigern, in Einklang bringe mit dem Wunsch der Kolleginnen und Kollegen im Cockpit nach mehr Planbarkeit. «Daran arbeiten wir mit Hochdruck. Nur so bleiben wir langfristig wettbewerbsfähig», so Fehlinger.

Stabile Nachfrage bei Reisen im Sommer

Mit Blick auf die bevorstehende Sommersaison zeige sich kurzfristig eine robuste Nachfrageentwicklung, wie Swiss mitteilt. Besonders auf den Asienrouten bleibe die Nachfrage sehr hoch, was sich entsprechend in höheren Durchschnittserlösen widerspiegelt. Dennoch bleibe  die Lage sehr volatil, was Prognosen erschwere. «Wir beobachten klare Trends beim Buchungsverhalten. Immer mehr Buchungen erfolgen kurzfristig. Gleichzeitig ist die Nachfrage in den Premiumklassen weiterhin sehr hoch. Zudem nutzen vermehrt Kundinnen und Kunden von bzw. nach Asien die Angebote von SWISS», erklärt CEO Jens Fehlinger.

Erklärtes Ziel von Swiss sei es, ihren Flugplan trotz der dynamischen Situation so stabil wie möglich zu halten. Swiss beobachte daher die Entwicklungen rund um die Treibstoffversorgung kontinuierlich und prüfe verschiedene Szenarien, um im Bedarfsfall schnell die bestmöglichen Lösungen für ihre Fluggäste zu finden. Darüber hinaus arbeite Swiss gemeinsam mit der Lufthansa Group, Partnern und Behörden intensiv daran, eine zuverlässige Treibstoffversorgung sicherzustellen.

Wechsel an der Verwaltungsratsspitze
Im Verwaltungsrat von Swiss kommt es zu Veränderungen. Dr. Reto Francioni, seit 2016 Präsident des Verwaltungsrates, hat das Unternehmen an seiner Sitzung darüber informiert, dass er keine erneute Berufung in den Verwaltungsrat anstrebt. Das Unternehmen hat seine Entscheidung mit Bedauern und Respekt entgegengenommen. Francionis Mandat endet mit Ablauf der Generalversammlung im Sommer 2026.
Die Nachfolge in der Führung des Verwaltungsrates wird Dieter Vranckx übernehmen. Vranckx ist derzeit Vizepräsident des Verwaltungsrates und Mitglied des Vorstandes der Deutschen Lufthansa AG und verantwortet die Bereiche Globale Märkte und kommerzielle Steuerung Hubs sowie Customer Experience und Konzernmarkenführung. Er war von 2021 bis Mitte 2024 CEO von Swiss.