Geopolitische Krisen und damit verbundene wirtschaftliche Unsicherheiten, hohe Kosten am Luftverkehrsstand Österreich (Gebühren und Steuern) schmälern den Gewinn von Austrian Airlines, betonte CEO Annette Mann anlässlich der Bilanzpressekonferenz in der AUA-Zentrale am Flughafen Wien. Bei einem Gesamtumsatz von rund 2,5 Mrd. Euro (+3%) erzielte die LH-Tochter einen Gewinn (EBIT) von 84 Mio. Euro (+15%). Die Marge, eine wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahl, lag bei 3,2 % und damit deutlich unter dem europäischen Margendurchschnitt von ca. 6,8 Prozent.
Dauerthema hohe Standortkosten
Als Gründe für die schlechte Marge nennt die AUA Chefin die hohen Standortkosten in Österreich, die etwa doppelt so hoch wie im EU-Durchschnitt sind. Um das zu ändern und damit Investitionen zu sichern, um im intensiven Wettbewerb mit anderen Hubs und Airlines bestehen zu können, braucht es eine höhere Ertragskraft, eine Standortentlastung sowie auch effizientere eigene Strukturen. Hier seien besonders die Politik und die relevanten Luftfahrt-Partner, insbesondere der Flughafen Wien, stark gefordert, um nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen und den Standort in eine erfolgreiche Zukunft zu führen, betonte Annette Mann nachdrücklich. Austrian Airlines zählte im letzten Jahr 15 Mio. Passagiere (+3%) und erzielte eine Auslastung (Passagierfaktor) von über 81,6 Prozent. AUA war 2025 mit über 99% die drittpünktlichste Airline in Europa.
Binnenflugverkehr im Umbruch
Die Airline befindet sich gerade im umfangreichsten Flotten-Rollover ihrer Geschichte. Alle Embraer 195 werden ausgeflottet, denn zukünftig liegt der Fokus auf einer reinen zwei-Flotten Strategie, nämlich B787-9 auf der Langstrecke und A320/321neo auf der Kurz- und Mittelstrecke. Für den Binnenflugverkehr (Graz, Klagenfurt, Innsbruck) ist die A320 Familie zu gross und diese Strecken wurden daher im Wet-Lease mit ATR72-600 der schwwedischen Braathens-Regional geflogen. Infolge der Insolvenz der Schwester Braathens International Airways kündigte die AUA umgehend den Wet Lease Vertrag mit Braathens Regional Mitte Dezember 2025. Das führte teilweise zu Flugausfällen im Binnenflugverkehr. Noch können die restlichen E-195 Jets den Binnenflugverkehr aufrecht erhalten bis sich andere Lösungen mit Wet-Lease-Partnern ergeben, viel Zeit bleibt aber nicht. Mit der Eröffnung des Semmering-Basis-Tunnels Ende 2030 wird der Flugverkehr von Graz nach Wien (Ultrakurzstrecke) eingestellt. Allen Widerständen zum Trotz wurde diese Massnahme während der Pandemie vertraglich vereinbart, so die AUA-Chefin.
Zweiflotten-Strategie
Zur Langstreckenflotte gesellen sich noch dieses Jahr drei weitere B787-9, die erste davon bereits im Mai, die anderen beiden Ende dieses Jahres. Sechs A320neo verstärken ebenfalls noch dieses Jahr die Kurz- und Mittelstreckenflotte. Nach dem umfangreichen Flottenchange wird die gesamte AUA-Flotte in wenigen Jahren aus zwölf B787-9 und 46 A320/321neo bestehen, also um rund 10 Jets weniger als aktuell. An der Beschäftigtenzahl, derzeit 6054, wird sich aber kaum etwas ändern, so CEO Annette Mann.
Mehr für die Passagiere
Auch für die Fluggäste soll es zu Verbesserungen kommen. Dazu gehören etwa neue Loungeflächen (5'000 m²) in der Terminal 3-Süderweiterung am Flughafen Wien, geplante Inbetriebnahme Mitte 2027, Erweiterung der Premium Economy Class sowie pünktlich zum 70. Geburtstag der AUA im September 2027 neue Uniformen für die Belegschaft. Projekte wie «friendly way to fly» oder «we fly for your smile» steigern unter anderem nicht nur die Zufriedenheit der Fluggäste, sondern führen auch immer wieder zu Awards von Skytrax, wie zum Beispiel als «Best Airline Staff Service in Europe», erhalten 2025 und 2023. Darüber hinaus wurden die AUA-Cabin-Crews auch auf Platz 1 in Europa sowie unter die Top 20 weltweit gewählt. Gestärkt werden soll vor allem das AUA-Drehkreuz Wien, sowie Arbeitsplätze an diesem Standort. Damit sollen langfristige Investitionen sichergestellt werden. Die rot-weiss-rote Heckflosse soll weiterhin am Hub-Wien sichtbar bleiben, betonte die AUA Chefin explizit.




