Der Irankrieg und die enorm gestiegenen Kerosinpreise – mehr als 60 Mio. Euro zum Vergleichszeitraum des Vorjahres – sind laut Austrian Airlines CEO Annette Mann die Gründe für den Verlust. Die hohen Gebühren am Standort Wien, namentlich Luftverkehrssteuern, Flughafen- und Flugsicherungsgebühren verstärken diesen Minustrend noch zusätzlich. Wie Annette Mann einmal mehr betonte, ist der Luftfahrt-Standort Österreich, nach Deutschland der zweitteuerste in Europa und erfordert daher eine Reihe von Massnahmen, wie z. B. eine tragfähige und langfristige Luftfahrt-Strategie für den Standort Österreich. «Die Gespräche mit allen Stakeholdern dazu laufen aktuell konstruktiv», so Annette Mann. Durch eine teilweise Weitergabe der höheren Kosten auf die Flugtickets und internen Kraftanstrengungen, wie Effizienzsteigerungen im administrativen Bereich und in den Bereichen Flugbetrieb, Technik und Ground Handling sollen die Verluste minimiert werden. Die gewohnt hohe operative Zuverlässigkeit soll aber erhalten bleiben.
Streichung von Strecken
Die Verbindungen nach Tiflis, Keflavik und Porto werden vorläufig pausiert und Nightstops in Kopenhagen, Warschau, Krakau und Klagenfurt werden aus dem Programm genommen. Der kommende Winterflugplan wird ganz neu gedacht, wobei auf defizitäre Verbindungen verzichtet wird. Den Flughafen Graz trifft es besonders hart. Ab dem 23. Oktober 2026 werden die Flüge Wien-Graz-Wien zur Gänze eingestellt.
Es wird häufig kurzfristig gebucht
Durch die aufgrund der Nahost-Krise frei gewordenen Kapazitäten werden nun im Sommer vermehrt Verbindungen zu stark nachgefragten Destinationen in Europa angeflogen. Die Fluggäste buchen zwar aufgrund der geopolitischen Situation eher kurzfristiger, aber dann umso mehr. «Die Nachfrage, gerade jetzt im Sommer, ist stark gestiegen», sagt Annette Mann.
Neue Premium Klasse
Im Rahmen der Süderweiterung im Terminal 3 des Flughafen Wien (Eröffnung voraussichtlich im zweiten Quartal 2027) werden mehr als 5000 m² Loungefläche neu eröffnet. Die neue Premium-Economy-Class wird ab Winter angeboten und nach 30 Jahren erhalten alle Mitarbeitenden neue Uniformen. Der sogenannte «Flotten-Rollover» hat schon begonnen. Dabei werden alle 17 Embraer 195 die AUA-Flotte verlassen. Vier davon sind bereits verkauft und die weiteren folgen sukzessive.
Zwei-Flotten-Strategie
Bislang nannte Austrian Airlines immer einen Flottenmix ihr Eigen, doch bis 2029 soll die modernisierte Flotte aus nur mehr Flugzeugen der A320-Familie (A320neo, A320ceo, A321neo) für die Kurz- und Mittelstrecke sowie aus 12 B787-9 für die Langstrecke bestehen. Aktuell befinden sich drei «Dreamliner» in der Flotte, bis Ende 2026 kommen zwei weitere Maschinen dieses Typs hinzu. Strecken mit schwächerem Passagieraufkommen werden mit Flugzeugen von airBaltic und Air Dolomiti (Wet Lease) geflogen.
2027 feiert die AUA ihren 70. Geburtstag und dazu wünscht sich die AUA-Chefin Annette Mann eine klare Aussage der Politik für eine tragfähige Zukunft des Luftfahrtstandortes Österreich und damit auch die von Austrian Airlines.










