Die heutige Betreiberin des Flugplatzes Kägiswil, die Flugplatzgenossenschaft Obwalden (FGOW), wollte den ehemaligen Militärflugplatz Kägiswil weiterhin zu zivilen Zwecken wie der Aus- und Weiterbildung von Pilotinnen und Piloten nutzen. Sie hat deshalb beim Bundesamt für Zilluftfahrt (BAZL) im Mai 2021 ein Umnutzungsgesuch eingereicht. Gemäss dem geltenden SIL-Objektblatt Kägiswil vom 2. September 2020 muss ein solches Verfahren durchgeführt werden. Das Umnutzungsgesuch beinhaltete die Betriebsbewilligung, das Betriebsreglement und die Plangenehmigung. Am 16. Juli 2026 teilte nun das BAZL mit, dass während der öffentlichen Auflage des Gesuchs beim BAZL zahlreiche Einsprachen eingegangen seien. Das BAZL habe im Dezember 2023 verfügt, dass die FGOW die für das Gesuch noch fehlenden Einverständniserklärungen der Grundeigentümer im Flugplatz-Perimeter einzureichen habe. Dagegen hat die FGOW Beschwerde erhoben; das Bundesverwaltungsgericht bestätigte daraufhin die Haltung des BAZL.

Keine Einverständniserklärungen nachgereicht

Da die FGOW die Einverständniserklärungen nicht nachreichen konnte, ist das Umnutzungsverfahren laut BAZL gescheitert. Auch die von der FGOW 2026 beantragten Projektänderungen konnte das BAZL im laufenden Verfahren nicht berücksichtigen. Diese wesentlichen Änderungen waren nicht Bestandteil des ursprünglichen Gesuchs und sind deshalb nicht bewilligungsfähig. Das BAZL stellte den Parteien am 15. Juli 2026 die Verfügung zu. Gegen diese kann beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde eingereicht werden. Bisher hat armasuisse der FGOW mittels Baurechtsvertrag den Flugplatz zur Verfügung gestellt. Dieser befristete Vertrag läuft noch bis Ende September 2026. Armasuisse wird nun die geordnete Rückgabe des Flugplatzes, wie sie im geltenden Baurechtsvertrag bis im Januar 2027 vorgesehen ist, mit der FGOW regeln, heisst es in der Mitteilung des BAZL weiter.

Enttäuschung beim Aero-Club der Schweiz

Das ist ein herber Schlag für die Leichtaviatik, verliert doch die Flugplatzlandschaft Schweiz mit dem Flugplatz Kägiswil eine wichtige regionale Ausbildungsplattform für den Motor- und Segelflug in der Zentralschweiz. Seit 54 Jahren werde der Flugplatz Kägiswil als Flugplatz für die Ausbildung von Piloten und die Sportfliegerei genutzt – nun wolle das Bundesamt für Zivilluftfahrt einen Schlussstrich ziehen und verweigere der Flugplatzgenossenschaft Obwalden die Umnutzung des ehemaligen Militärflugplatzes Kägiswil in einen zivilen Flugplatz, schreibt der der Aero-Club der Schweiz (AeCS) auf seiner Webseite. Der AeCS habe die Flugplatzgenossenschaft Obwalden FGOW seit Jahren in ihren Kampf für den Weiterbetrieb des Zivilflugplatzes unterstützt, entsprechend zeigt sich der Dachverband für die Leichtaviatik enttäuscht vom Verhalten der Bundesbehörden. Man werde nun zusammen mit der FGOW und dem Verband Schweizer Flugplätze das weitere Vorgehen abstimmen. Der Entscheid des BAZL ist noch nicht rechtskräftig. Gegen diesen kann innert 30 Tagen Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhoben werden.