Gemeinden und Interessengruppen aus der Region hatten das VBS gebeten, einen direkten Vergleich zwischen einem startenden F-35A und einem F/A-18 auf dem Militärflugplatz Meiringen zu ermöglichen. Damit soll die Bevölkerung die Möglichkeit erhalten, sich selbst einen Eindruck von der Wahrnehmung eines einzelnen F-35A-Starts im Vergleich zu einem heutigen F/A-18-Start zu verschaffen.
Italiener erklärten sich bereit
Da die Schweizer Luftwaffe erst ab Mitte 2028 über eigene F-35A in der Schweiz verfügen wird, ist sie für eine frühere Durchführung auf die Unterstützung einer ausländischen Luftwaffe angewiesen. Die italienische Luftwaffe erklärte sich bereit, die Schweiz dabei zu unterstützen. Ein erster Hörvergleich war im April 2026 vorgesehen, musste jedoch von italienischer Seite kurzfristig aus operationellen Gründen abgesagt werden.
Kabelfang nicht für den F-35A zugelassen
Die italienische Luftwaffe halte an ihrer Bereitschaft zur Unterstützung fest, so das VBS. Für Oktober konnte ein mögliches Zeitfenster identifiziert werden. Im Rahmen der weiteren Abklärungen zeigte sich jedoch, dass die italienischen F-35A derzeit auf dem Militärflugplatz Meiringen noch nicht landen und starten können. Grund dafür ist die Kabelfanganlage. Sie dient dazu, Kampfflugzeuge bei bestimmten Notfällen mittels Fanghaken zum Stillstand zu bringen. Die Anlage ist derzeit nicht für den Betrieb mit dem F-35A zugelassen.
Touch-and-Go reicht Mehrheit nicht
Als Alternative erklärte sich die italienische Luftwaffe bereit, mit einem F-35A ein Durchstartmanöver unter Einsatz des Nachbrenners durchzuführen. Damit hätte die Wahrnehmung eines Starts möglichst realitätsnah nachgebildet werden sollen. Das VBS hat diese Möglichkeit mit den Gemeinden und Interessengruppen im «Kontaktgremium Flugplatz Meiringen» diskutiert. Eine deutliche Mehrheit der Teilnehmenden sprach sich gegen einen Hörvergleich unter diesen Voraussetzungen aus.
Zulassungsprozess beschleunigen?
Das VBS ist weiterhin bereit, der Bevölkerung einen möglichst aussagekräftigen direkten Vergleich zwischen einem F-35A und einem F/A-18 zu ermöglichen. Damit ein F-35A in Meiringen regulär landen und starten kann, muss zuerst die Kabelfanganlage im Rahmen der Einführung des F-35A zugelassen werden. Das VBS prüft derzeit, ob der Zulassungsprozess beschleunigt werden kann. Die technischen Voraussetzungen sind bereits erfüllt, die formale Zulassung durch die zuständige, internationale Behörde im F-35-Programm steht jedoch noch aus.
Schweizer F-35 erhalten Bremsschirm
Gleichzeitig bleiben das VBS und die Schweizer Luftwaffe mit der italienischen Luftwaffe im Austausch, um nach erfolgter Zulassung eine Durchführung zu ermöglichen. Nach wie vor können die Wetter- und Pistenverhältnisse die Einsatzmöglichkeiten der italienischen F-35A in Meiringen beeinflussen. Im Unterschied zu den künftig in der Schweiz eingesetzten F-35A verfügen die italienischen Flugzeuge über keinen Bremsschirm. Eine Landung in Meiringen sei deshalb auch nach erfolgter Zulassung der Kabelfanganlage nur unter geeigneten Pistenbedingungen möglich, so das VBS.






