Das Satelliten-Teleskop ARRAKIHS soll unsichtbare Hüllen von Galaxien untersuchen und so die kosmische Geschichte entschlüsseln. Die Daten sollen zeigen, wie Galaxien entstehen, und neue Hinweise auf die Dunkle Materie liefern. Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat ARRAKIHS offiziell als zweite wissenschaftliche Mission der FAST-Klasse (F2) angenommen und damit den geplanten Starttermin 2030 bestätigt. Mit der offiziellen Annahme durch die ESA tritt ARRAKIHS nun in die Bauphase ein.
Das schwache Universum enthüllen
ARRAKIHS (Analysis of Resolved Remnants of Accreted galaxies as a Key Instrument for Halo Surveys) wurde 2022 von der ESA ausgewählt und konzipiert, um neue Einblicke in eine der wichtigsten offenen Fragen der modernen Astrophysik zu gewinnen: wie sich Galaxien im Rahmen des Standardmodells der Kosmologie bilden und entwickeln. Die diffusen Sternhalos mit geringer Oberflächenhelligkeit um Galaxien wie die Milchstrasse bewahren entscheidende Informationen darüber, wie sich Galaxien gebildet und entwickelt haben. Sie enthüllen die kombinierten Auswirkungen von dunkler Materie, Galaxienverschmelzungen und anderen Prozessen, die Galaxien im Laufe der kosmischen Zeit formen. «Viele dieser Strukturen sind extrem schwach und lassen sich mit bestehenden Beobachtungen nur schwer systematisch untersuchen», erklärt Rebekka Coles-Bieri (UZH), die wissenschaftliche Koordinatorin der Mission.
Technisches Zusammenspiel
Die Hochschule Luzern (HSLU) ist verantwortlich für das Systems Engineering des TSS (Thermal Structural Subsystem), also für das optimale technische Zusammenspiel beteiligter Disziplinen. Zudem hat die HSLU die Halterung der Detektoren («Focal Plane Assembly Mount») mitentwickelt. Diese hält die hochempfindlichen Sensoren stabil und exakt ausgerichtet, eine Voraussetzung, um das extrem schwache Sternenlicht erfassen zu können.
Mehr als 250 Wissenschaftler und Ingenieure
ARRAKIHS wird im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen der ESA und dem ARRAKIHS Mission Consortium (AMC) unter der Leitung von Prof. Rafael Guzmán vom Instituto de Física de Cantabria (IFCA, CSIC–UC) entwickelt. Das Konsortium umfasst mehr als 250 Wissenschaftler und Ingenieure aus sieben ESA-Mitgliedstaaten: Österreich, Belgien, Norwegen, Portugal, Schweden und die Schweiz unter der Leitung Spaniens. Weitere Beiträge leisten Institutionen und Unternehmen aus dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Dänemark, den Niederlanden, den Vereinigten Staaten, Taiwan und Thailand.





