Bei der AERO in Friedrichshafen zeigt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) seine Forschung aus den Bereichen klimaverträgliches Fliegen, virtuelle Ausbildung und Flugerprobung sowie Sicherheitslösungen für Kleinflugzeuge. In der Halle 7 am Stand A7-101 präsentiert das DLR präsentiert zum Beispiel den Prototypen eines elektrisch betriebenen Tragschraubers, ein Enteisungssystem für Kleinflugzeuge und einen Flugsimulator. In derselben Halle stellt sich auch das Electrifly-In of Switzerland den Besuchern vor. Diese Veranstaltung findet heuer vom 11. bis 13. September bereits zum 10. Mal statt. Doch zurück in die Halle 7.
Messegäste am virtuellen Steuer
Die First Person View-Testpilotenstation (FPV-Testpilotenstation) ermöglicht die sichere und effiziente Flugerprobung experimenteller unbemannter Luftfahrzeuge (Unmanned Aircraft Systems, UAS). Mit der FPV-Testpilotenstation können Technologien und ganze Missionen präzise getestet und Flugeigenschaften bis in den Grenzbereich untersucht werden. Die FPV-Testpilotenstation ist an unterschiedliche Klassen von UAS anpassbar – von extrem langsam fliegenden Solarflugzeugen bis hin zu agilen Jet-Konfigurationen. Die Messegäste steuern den simulierten S2TOL-Tragschrauber über die Joysticks, Pedale und Instrumente der Station.
S2TOL im Original und als Modell
Im Projekt S2TOL (Silent Short Take-off and Landing) wird ein neues Konzept für ein extrem leises und kurzstartfähiges Luftfahrzeug entwickelt. Die Basis für den S2TOL-Jet bildet ein elektrisch betriebener Tragschrauber. Dabei handelt es sich um ein Drehflügelflugzeug, bei dem der Rotor im Flug allein durch die anströmende Luft in Drehung versetzt wird. Daher benötigt der Hauptrotor im Gegensatz zum Hubschrauber kein eigenes Triebwerk. Die für den Vortrieb benötigte Energie, wird durch elektrisch angetriebene Mantelpropeller bereitgestellt. Im Vergleich zu Hubschraubern ist der Tragschrauber deutlich leiser und kostengünstiger im Betrieb. Am Messestand können die Besucherinnen und Besucher den flugfähigen Prototyp des S2TOL-Jet im Original sehen. Ein Modell im kleineren Massstab zeigt das Konzept des zukünftigen S2TOL-Jet.
Vibrational Blade De-Icing
Der nächste Winter kommt bestimmt: Vereisungen an den Propellern und Tragflächen stellen insbesondere bei Kleinflugzeugen ein Risiko dar, da diese in der Regel nicht mit Enteisungssystemen ausgestattet sind. Die Überwachung der Wetterbedingungen und spezielle Eissensoren am Luftfahrzeug machen das Fliegen bei erschwerten Wetterbedingungen deutlich sicherer. Herausfordernd bei Kleinflugzeugen ist allerdings der hohe Energieverbrauch konventioneller Enteisungssysteme. Für den sicheren und wirtschaftlichen Betrieb von Kleinflugzeugen braucht es Ansätze für neuartige Eissensensorik und energieeffiziente Enteisungssysteme. Zu diesen Ansätzen zählt die piezomechanische Enteisung. Diese soll die Propellerschaufeln durch Mikrovibrationen von Vereisungen befreien. Auf der AERO 2026 kann das Verfahren an einem Modell direkt vom Publikum betrieben werden.
HeliHQ-Analyse mit XR
Nur wenn ein Helikopter oder Drehflügler berechenbar und präzise reagiert, kann er zuverlässig gesteuert werden. Das Testen der Flugeigenschaften ist daher essenziell für Sicherheit, Zertifizierung und Forschung. Mit HoloMTE (Holographische Mission Task Elements) entwickelt das DLR einen neuartigen Ansatz zur Bewertung von Flugeigenschaften. Dabei kommt moderne XR‑Technologie (Extended-Reality-Technologie) zum Einsatz. Der Einsatz dieser holografischen Sichtsysteme macht die Tests unabhängig von Ort und Wind. Ausserdem ermöglichen sie neue Flugtest-Manöver und machen die Flugerprobung effizienter. Messegäste können den Mixed-Reality-Simulator selbst fliegen und sowohl klassische als auch holografische Flugtest-Manöver mit dem Hubschrauber ausprobieren.
Retro Game SMART-MET
Das Forschungsprojekt SMART-MET untersucht verschiedene Sicherheitsaspekte rund um das elektrische Fliegen. Dazu gehören auch erschwerende Bedingungen, die vom Wetter ausgehen oder durch andere Flugzeuge verursacht werden können, in diesem Falle Vereisungen bzw. Wirbelschleppen. Beides können die Messegäste im Rahmen der 2D- und 3D-Videospiele am Stand des DLR spielerisch kennenlernen. Dabei müssen sie möglichst strategisch mit der begrenzten Energie des elektrischen Flugzeugs umgehen.










