Ausschliesslich auf die Kraft der Sonne über ihre 17’248 Photovoltaikzellen angewiesen, führte die bemerkenswerte Reise der Solar Impulse 2 die beiden Pionierpiloten André Borschberg und Bertrand Piccard in 555 Flugstunden – sowohl bei Tag als auch bei Nacht – um die Welt. Die Schweizer Piloten flogen die Solar Impulse 2 abwechselnd über 17 Etappen. Das Ziel ihres 42'000-Kilometer-Abenteuers war, die Machbarkeit erneuerbarer Energien für die Zukunft der Luftfahrt zu beweisen.
Weltrekorde nebensächlich
Die Weltumrundung der Solar Impulse 2 führte zu mehreren FAI-Weltrekorden in den Klassen der Elektro- und Solarflugzeuge. Insbesondere Borschbergs Langstreckenflug, Piccards Atlantiküberquerung und Piccards Höhenrekord sind auch zehn Jahre später noch ungeschlagen. Das übergeordnete Ziel von Solar Impulse war jedoch nicht, Rekorde aufzustellen, sondern die Möglichkeiten des solarbetriebenen Fliegens aufzuzeigen. In einem exklusiven Interview mit dem Weltluftsportverband zum 10. Jubiläum mit der FAI erklärt Piccard die Ursprünge der Solar-Impulse-Idee:
«Solar Impulse entstand eigentlich aus meiner Angst, dass mir 1999 beim Flug mit dem Breitling Orbiter 3 das Propan ausgehen könnte … Wir hatten nur noch ein Achtel des Treibstoffs übrig, um das letzte Viertel der Welt zu überqueren. Dank eines starken Jetstreams über dem Atlantik haben wir es geschafft, aber von den 3’700 kg, mit denen wir gestartet waren, waren nur noch 40 kg Gas übrig. Die Lehre daraus lautet: Nicht der Himmel ist die Grenze, sondern der Treibstoff! Deshalb begann ich davon zu träumen, ganz ohne Treibstoff zu fliegen.»
Das vollständige Interview lesen Sie hier.
Zehn Jahre Forschung — zwei Flugzeuge
Das Projekt war der Höhepunkt von über einem Jahrzehnt Forschung und Entwicklung zwischen Piccard, Borschberg und dem Solar-Impulse-Team. Nach dem Erfolg des ersten Nachtflugs der ursprünglichen Solar Impulse im Jahr 2010 wurde 2014 die Solar Impulse 2 gestartet, die den Weg für die historische Weltumrundung 2015–2016 ebnete. Das Abenteuer wurde am 26. Juli 2016 erfolgreich abgeschlossen, als Piccard das Flugzeug wieder dort landete, wo die Reise begonnen hatte: in Abu Dhabi.
Kein gutes Ende als «Drohne»
Zwar ging das ursprüngliche Flugzeug «Solar Impulse 2» im Mai 2026 im Golf von Mexiko verloren (während es als unbemannte Drohne Skydweller im Einsatz war), doch steht fest, dass die Geschichte der «Solar Impulse 2» als bemerkenswerte Innovation bei der Nutzung erneuerbarer Energien für die Zukunft der Luftfahrt weiterleben wird.
Pioniere reisen weiter
Piccard und Borschberg setzen ihre Reise nach der Suche nach nachhaltigen Antriebstechnologien für die Luftfahrt fort. Während sich Bertrand Piccard heute mit der Entwicklung eines Wasserstoffflugzeugs befasst, mit dem er ebenfalls die Welt umrunden will, hat André Borschberg die H55 gegründet, welche Batteriepakete für den Antrieb elektrischer Flugzeuge herstellt.







