European Heli Center gehört zu den bedeutenden kommerziellen Helikopteranbietern Europas. Das Spektrum reicht von Ausbildung und Training über Arbeitsflüge und VIP-Transporte bis zu Spezialaufträgen für zivile und militärische Kunden. Hinter dieser Entwicklung steht Jeroen Peddemors – ein Unternehmer, der nicht über den klassischen Weg in die Aviatik fand.
Vom Eventbereich in die Helikopterwelt
Peddemors wuchs in einem gastgewerblichen Umfeld auf und gründete früh ein eigenes Unternehmen im Event- und Gastronomiebereich. Das Fliegen lief zunächst nebenher. 2007 verkaufte er seinen Gastrobetrieb und kaufte seine erste Robinson R44 – noch bevor er das Helikopterbrevet besass.
Was kühn klingt, beschreibt Peddemors im Gespräch erstaunlich nüchtern: Manchmal müsse man eine Chance ergreifen. Wenn es nicht funktioniere, könne man die Maschine wieder verkaufen. Ganz so einfach wurde es allerdings nicht.
Lehrgeld und Rückschläge
Der Einstieg in die kommerzielle Helikopterfliegerei war eine harte Schule. Rundflüge, Hochzeiten, Wochenendaufträge und erste Kunden brachten zwar Bewegung ins Geschäft, doch Wartung, Bewilligungen, technische Probleme und hohe Kosten machten schnell klar: Luftfahrt ist teuer – besonders, wenn man vieles erst lernen muss.
Peddemors spricht offen darüber, dass er am Anfang einiges unterschätzt habe. Von der Helikopterfliegerei allein konnte er zunächst nicht leben; zeitweise führte er parallel wieder ein Event- und Gastronomieunternehmen. Gerade diese Phase macht die Folge stark: Erfolg erscheint hier nicht als glatte Aufstiegsgeschichte, sondern als Ergebnis von Beharrlichkeit, Arbeit und bezahltem Lehrgeld.
Vom Bauchgefühl zur Struktur
Ein roter Faden der Folge ist die Mischung aus Intuition und Professionalität. Peddemors vertraut seinem Bauchgefühl, romantisiert es aber nicht. Je grösser European Heli Center wurde, desto wichtiger wurden Planung, Finanzierung, Management und klare Strukturen.
Das zeigt sich auch in der Zusammenarbeit mit der militärischen Luftfahrt. Aus ersten Versuchen entstanden Aufträge für die niederländischen Streitkräfte.
Wachstum mit Augenmass
Mit dem Zusammenschluss von HeliCentre in den Niederlanden und dem norwegischen European Helicopter Center entstand European Heli Center mit Standorten in Lelystad und Torp. Auch hier geht es im Gespräch nicht nur um Wachstum, sondern um die Details dahinter: unterschiedliche Behörden, Ausbildungssysteme, ATO-Strukturen und Unternehmenskulturen.
Der nächste Schritt ist bereits im Bau: ein neues Simulator- und Trainingszentrum in Lelystad. Mit einem Full-Flight-Simulator für H135 und H145 will European Heli Center künftig anspruchsvolles Training für Rettungsflug, Polizei, Militär, Offshore- und kommerzielle Operatoren anbieten.
Diese Folge zeigt, wie Unternehmertum in der Luftfahrt funktioniert: mit Leidenschaft, Kostenbewusstsein, Teamarbeit, Rückschlägen – und der Bereitschaft, nach jedem Schritt den nächsten professioneller zu gehen.
Über den Initianten Frank Liemandt
Seit fast 30 Jahren ist Dr. Frank Liemandt in der Luftfahrtbranche tätig – als Geisteswissenschaftler ein Quereinsteiger mit aussergewöhnlicher Laufbahn. Vom Pressesprecher in der Sparte Helikopter über B2B-Sales-Manager für Flugzeugkomponenten und Verkaufsdirektor für Kampfjets bis hin zum Geschäftsführer des Deutschen Hubschrauber Verbands sowie Messeleiter der EUROPEAN ROTORS hat er die Branche aus unterschiedlichsten Perspektiven kennengelernt. Seit 2014 führt er seine eigene Consultingfirma – und setzt sich neuerdings für «Fly me to the top» mit seinen Gästen ins virtuelle Cockpit.
Seit dem Start von «Fly me to the top» Mitte Februar erscheint jeden Donnerstag eine neue Folge mit wechselnden Gästen aus der Luft- und Raumfahrt sowie angrenzenden Bereichen.
COCKPIT ist Medienpartnerin
COCKPIT unterstützt «Fly me to the top» als Medienpartnerin, weil das Format einen Perspektivenwechsel wagt und damit perfekt zur Marke passt: weg von Schlagzeilen, hin zur Substanz.
Damit erweitert sich der redaktionelle Blick – vom geschriebenen Wort zum gesprochenen Dialog.
Die Gespräche sind auf Spotify und YouTube abrufbar und werden auch über cockpit.aero sowie über die Social-Media-Kanäle von COCKPIT geteilt.
Einsteigen, anschnallen, Kopfhörer auf – und mit uns Richtung Horizont abheben. Dieses Abenteuer sollte man sich nicht entgehen lassen!