Roy Knaus gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der europäischen Helikopterbranche. Mit Heli Austria führt er heute eines der bedeutendsten Hubschrauberunternehmen Österreichs – mit über 35 Helikoptern, rund 300 Mitarbeitenden und einem Einsatzspektrum, das von Flugschule und Luftrettung über VIP-Flüge und Firefighting bis zur anspruchsvollen Montagefliegerei reicht.
Frühe Verantwortung
Helikopter prägten Roy Knaus’ Leben von Anfang an. Sein Vater Johann Knaus, in Österreich auch als «Papstpilot» bekannt, hatte das Unternehmen aufgebaut; Roy Knaus wurde mit 18 Jahren jüngster Berufspilot Österreichs. Bereits mit 19 übernahm er 76 Prozent der damaligen Knaus Helicopter GmbH – in einem Alter, in dem andere noch ihren beruflichen Weg suchen.
1997 folgte der schwerste Einschnitt: Sein Vater verunglückte tödlich, sein Bruder wurde schwer verletzt. Knaus entschied sich dennoch, das Familienunternehmen weiterzuführen. Damals war der Betrieb noch klein, mit wenigen Hubschraubern, wenigen Mitarbeitenden und ohne jene Struktur, die Heli Austria heute prägt. Im Podcast erzählt er mit bemerkenswerter Klarheit, wie er früh Verantwortung übernehmen musste – und wie sehr ihn das Gestalten bis heute antreibt.
Fehler nicht schönreden
Eine Stärke dieser Folge liegt in der Offenheit, mit der Roy Knaus auch über schwierige unternehmerische Phasen spricht: über Investitionen, die nicht wie erhofft funktionierten, über zu hohe Kosten, Schulden und Sanierung. Nichts daran klingt nach Pose. Vielmehr entsteht das Bild eines Unternehmers, der Risiken eingeht, sie aber nicht romantisiert.
Sein Grundsatz ist einfach – und gerade deshalb stark: In der Fliegerei müssten deutlich mehr als die Hälfte der Entscheidungen richtig sein. Vorausschauendes Denken, Varianten prüfen, Sicherheiten abwägen, kein unkalkulierbares Risiko eingehen – was im Cockpit gilt, überträgt Knaus auch auf das Unternehmen.
Mut zum Nein
Ein weiterer Fokus des Gesprächs richtet sich auf ein sehr aktuelles Thema: den fliegerischen Nachwuchs. Heli Austria betreibt eine eigene Flugschule – nicht primär als Ertragsquelle, sondern als Qualitäts- und Talentpipeline. Junge Pilotinnen und Piloten sollen nicht einfach Lizenzen erwerben, sondern Schritt für Schritt in die besondere Arbeitswelt eines alpinen Helikopterunternehmens hineinwachsen.
Dabei achtet Knaus nicht nur auf das fliegerische Können, sondern auch auf die persönliche Einstellung. Dazu gehören etwa Engagement, Bodenhaftung, Teamfähigkeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Ebenso wichtig ist für ihn der Mut zum Nein – gerade dort, wo Kunden, Termine oder private Erwartungen Druck erzeugen.
Lieber gestalten statt verwalten
Dass diese Folge ein paar technische Hürden zu bewältigen hatte, wird am Ende zur Stärke. Weil der Einstieg mehrfach neu aufgenommen werden musste, entstand ein hörbarer Kontrast: Zwischen den Aufnahmen hatte Roy Knaus in seinem Alltag einiges verändert – und wirkt im späteren Einstieg deutlich gelöster. Sein Rezept klingt überraschend schlicht: Trampolinspringen.
Doch die Anekdote steht für mehr. Wer ein komplexes Familienunternehmen führt, weltweit Einsätze plant, Mitarbeitende trägt und selbst noch fliegt, muss nicht nur Maschinen, Märkte und Menschen im Blick behalten, sondern auch sich selbst. Genau davon erzählt diese Folge: von Helikoptern, Familie, Risiko, Verantwortung und Exzellenz – und von einem Unternehmer, der lieber gestaltet als verwaltet.
Über den Initianten Frank Liemandt
Seit fast 30 Jahren ist Dr. Frank Liemandt in der Luftfahrtbranche tätig – als Geisteswissenschaftler ein Quereinsteiger mit aussergewöhnlicher Laufbahn. Vom Pressesprecher in der Sparte Helikopter über B2B-Sales-Manager für Flugzeugkomponenten und Verkaufsdirektor für Kampfjets bis hin zum Geschäftsführer des Deutschen Hubschrauber Verbands sowie Messeleiter der EUROPEAN ROTORS hat er die Branche aus unterschiedlichsten Perspektiven kennengelernt. Seit 2014 führt er seine eigene Consultingfirma – und setzt sich neuerdings für «Fly me to the top» mit seinen Gästen ins virtuelle Cockpit.
Seit dem Start von «Fly me to the top» Mitte Februar erscheint jeden Donnerstag eine neue Folge mit wechselnden Gästen aus der Luft- und Raumfahrt sowie angrenzenden Bereichen.
COCKPIT ist Medienpartnerin
COCKPIT unterstützt «Fly me to the top» als Medienpartnerin, weil das Format einen Perspektivenwechsel wagt und damit perfekt zur Marke passt: weg von Schlagzeilen, hin zur Substanz.
Damit erweitert sich der redaktionelle Blick – vom geschriebenen Wort zum gesprochenen Dialog.
Die Gespräche sind auf Spotify und YouTube abrufbar und werden auch über cockpit.aero sowie über die Social-Media-Kanäle von COCKPIT geteilt.
Einsteigen, anschnallen, Kopfhörer auf – und mit uns Richtung Horizont abheben. Dieses Abenteuer sollte man sich nicht entgehen lassen!

