«R44 oder R66? Kannst du dir aussuchen.»

Klaus Gehrmann braucht nicht viele Worte. Frank Liemandt entscheidet sich für die R66 – eine passende Wahl für den virtuellen Flug mit einem Mann, der die deutsche Hubschrauberszene über Jahrzehnte geprägt hat.

Gehrmann erzählt direkt und ohne falsche Bescheidenheit: von Begegnungen mit Frank und Kurt Robinson, von prominenten Passagieren, von unternehmerischen Entscheidungen – und von zahlreichen Auseinandersetzungen mit Behörden.

Mit Tesafilm fing alles an

Seine Leidenschaft beginnt mit einem Modellflugzeug, das nach mehreren Abstürzen zerbricht. Gehrmann klebt es mit Tesafilm zusammen – und plötzlich fliegt es.

Mit 14 Jahren sitzt er erstmals allein in einem Segelflugzeug, später wird er Hubschrauberpilot und Fluglehrer bei der Bundeswehr. 1979 gründet er Heli-Flight. Zwei Jahre später bringt er den ersten Robinson R22 nach Deutschland und wird zum ersten deutschen Händler des Herstellers.

Der vergleichsweise kostengünstige Hubschrauber trifft einen Nerv. Flugschüler aus ganz Deutschland reisen nach Reichelsheim. Viele von ihnen werden später selbst Fluglehrer, Führungskräfte oder Unternehmer.

Nicht billiger, sondern anders

Gehrmanns Grundsatz: nicht bestehende Angebote unterbieten, sondern Leistungen entwickeln, die es noch nicht gibt.

«Wenn man ein Unternehmen hat, muss man immer zehn Jahre vorausdenken», sagt er im Gespräch. Entsprechend breit stellt er Heli-Flight auf – mit Schulungs-, Foto-, Film-, VIP- und Ambulanzflügen.

Zu seinen Passagieren zählen Politiker und Künstler. Otto Waalkes lernt bei ihm Hubschrauber fliegen, auch Elton John ist mit ihm unterwegs. Doch hinter den Anekdoten steht eine klare Haltung: Gehrmann sucht keine Aufmerksamkeit, sondern Lösungen.

Der Arzt muss zum Patienten

Eine seiner wegweisenden Ideen ist der Notarztzubringer. Statt stets einen grossen Rettungshubschrauber mit kompletter medizinischer Ausstattung einzusetzen, soll ein kleiner Robinson den Arzt möglichst schnell zum Patienten bringen.

Die Widerstände sind erheblich: Genehmigungen werden verweigert, Landeplätze infrage gestellt, Einsätze behindert. Gehrmann lässt sich davon nicht abhalten. Das Konzept wird zunächst mit dem R22, später mit dem R44 umgesetzt – und ist bis heute im Einsatz.

Auf sein Wort ist Verlass

Gehrmann hat nicht nur neue Märkte erschlossen, sondern auch Menschen gefördert. Nach der deutschen Wiedervereinigung unterstützt er ehemalige Militärpiloten aus der DDR beim Wechsel in die zivile Luftfahrt. Andere ermutigt er, eigene Unternehmen aufzubauen.

Für ihn ist eine Firma kein Selbstzweck. Wer sie führt, trägt Verantwortung – für die Mitarbeitenden, ihre Familien und das Unternehmen selbst.

Weggefährten beschreiben Gehrmann als direkt, streitbar und kompromisslos, wenn es um die Sache geht. In einem Punkt sind sie sich jedoch einig: Auf sein Wort und seinen Handschlag ist Verlass.

Die neue Folge von «Fly me to the top» erzählt damit nicht nur von einem aussergewöhnlichen Unternehmerleben, sondern auch von Mut, Weitsicht und der Beharrlichkeit, eine gute Idee gegen Widerstände durchzusetzen.

Über den Initianten Frank Liemandt

Seit fast 30 Jahren ist Dr. Frank Liemandt in der Luftfahrtbranche tätig – als Geisteswissenschaftler ein Quereinsteiger mit aussergewöhnlicher Laufbahn. Vom Pressesprecher in der Sparte Helikopter über B2B-Sales-Manager für Flugzeugkomponenten und Verkaufsdirektor für Kampfjets bis hin zum Geschäftsführer des Deutschen Hubschrauber Verbands sowie Messeleiter der EUROPEAN ROTORS hat er die Branche aus unterschiedlichsten Perspektiven kennengelernt. Seit 2014 führt er seine eigene Consultingfirma – und setzt sich neuerdings für «Fly me to the top» mit seinen Gästen ins virtuelle Cockpit.

Seit dem Start von «Fly me to the top» Mitte Februar erscheint jeden Donnerstag eine neue Folge mit wechselnden Gästen aus der Luft- und Raumfahrt sowie angrenzenden Bereichen.

COCKPIT ist Medienpartnerin

COCKPIT unterstützt «Fly me to the top» als Medienpartnerin, weil das Format einen Perspektivenwechsel wagt und damit perfekt zur Marke passt: weg von Schlagzeilen, hin zur Substanz.

Damit erweitert sich der redaktionelle Blick – vom geschriebenen Wort zum gesprochenen Dialog.


Die Gespräche sind auf SpotifyYouTube, Amazon Music und Apple Podcasts abrufbar und werden auch über cockpit.aero sowie über die Social-Media-Kanäle von COCKPIT geteilt.

Einsteigen, anschnallen, Kopfhörer auf – und mit Frank Liemandt, Klaus Gehrmann und COCKPIT im R66 durch ein halbes Jahrhundert Hubschraubergeschichte fliegen. Diese Folge sollte man sich nicht entgehen lassen!