Anne Hennig ist auf dem Flugplatz gross geworden. Schon als Kind sitzt sie neben ihrem Vater im Cockpit, mit 15 absolviert sie ihren ersten Alleinflug im Segelflugzeug. Es folgen die Motorflugausbildung und bereits mit 18 Jahren die Qualifikation zur Ultraleichtfluglehrerin.
Damit beginnt allerdings der schwierigere Teil. Denn plötzlich sitzt die junge Fluglehrerin neben Schülern, die deutlich älter sind als sie – darunter erfahrene Führungskräfte, die gewohnt sind, selbst Verantwortung zu tragen und Entscheidungen zu treffen. Hennig muss lernen, klare Ansagen zu machen und auch in schwierigen Situationen ihre Rolle zu behaupten. Ihr Vater, sagt sie rückblickend, habe sie dabei durchaus «ins kalte Wasser» geworfen – ihr aber gleichzeitig das Vertrauen vermittelt, dass sie es schaffen könne.
Gestärkt aus der Krise
Auch als Unternehmerin wächst Hennig Schritt für Schritt in ihre Aufgabe hinein. Nach dem Abitur beginnt sie im elterlichen Betrieb – und lernt das Unternehmen von Grund auf kennen: vom Reinigen der Flugzeuge über Administration und Planung bis zur Ausbildungsleitung und Geschäftsführung. Eine klassische Managementausbildung hat sie nicht absolviert. Vieles sei «Training on the Job» gewesen.
Wie verletzlich selbst ein etabliertes Familienunternehmen sein kann, erlebt sie, als die Deutsche Rentenversicherung den Status freier Fluglehrer infrage stellt und die Flugschule nach Hennigs Schilderung zeitweise unter erheblichen Druck gerät. Aus der schwierigen Phase entstehen jedoch neue Strukturen und schliesslich auch neue Geschäftsfelder. Heute baut Hennig mit der Flugschule Hans Grade Aircraft Sales GmbH den Vertrieb von TOMARK-AERO-Flugzeugen auf.
Im Cockpit lernen fürs Leben
Und die nächsten Schritte? Hennig möchte Strukturen schaffen, Wissen im Unternehmen breiter verteilen und selbst langfristig wieder etwas weniger Zeit am Schreibtisch verbringen – zugunsten ihrer Familie und des Cockpits. Denn trotz Geschäftsführung, Ausbildungsleitung und Aircraft Sales bleibt das Fliegen für sie der Ort, an dem vieles zusammenkommt.
Ein überaus spannendes Gespräch über frühe Verantwortung, Selbstvertrauen und Führung – und darüber, weshalb man im Cockpit manchmal mehr fürs Leben lernt als nur das Fliegen.
Über den Initianten Frank Liemandt
Seit fast 30 Jahren ist Dr. Frank Liemandt in der Luftfahrtbranche tätig – als Geisteswissenschaftler ein Quereinsteiger mit aussergewöhnlicher Laufbahn. Vom Pressesprecher in der Sparte Helikopter über B2B-Sales-Manager für Flugzeugkomponenten und Verkaufsdirektor für Kampfjets bis hin zum Geschäftsführer des Deutschen Hubschrauber Verbands sowie Messeleiter der EUROPEAN ROTORS hat er die Branche aus unterschiedlichsten Perspektiven kennengelernt. Seit 2014 führt er seine eigene Consultingfirma – und setzt sich neuerdings für «Fly me to the top» mit seinen Gästen ins virtuelle Cockpit.
Seit dem Start von «Fly me to the top» Mitte Februar erscheint jeden Donnerstag eine neue Folge mit wechselnden Gästen aus der Luft- und Raumfahrt sowie angrenzenden Bereichen.
COCKPIT ist Medienpartnerin
COCKPIT unterstützt «Fly me to the top» als Medienpartnerin, weil das Format einen Perspektivenwechsel wagt und damit perfekt zur Marke passt: weg von Schlagzeilen, hin zur Substanz.
Damit erweitert sich der redaktionelle Blick – vom geschriebenen Wort zum gesprochenen Dialog.
Die Gespräche sind auf Spotify, YouTube, Amazon Music, Audible, Apple Podcasts und Deezer abrufbar und werden auch über cockpit.aero sowie über die Social-Media-Kanäle von COCKPIT geteilt.
Kopfhörer auf – wir starten!

